FOTO: SERGIO GOBBO, HTZ
Die Juwelen des Erbes

EIN EINZIGARTIGES DENKMAL DER EUROPÄISCHEN SAKRALARCHITEKTUR

Die Kathedrale des heiligen Jakob ist das wertvollste architektonische Denkmal, das im 15. und 16. Jahrhundert in Kroatien errichtet wurde. Aufgrund ihrer Schönheit, Bauweise und Stilmerkmale ist sie nicht nur das größte und wertvollste Objekt des architektonischen Erbes Šibeniks, sondern auch ein einzigartiges Denkmal der europäischen Sakralarchitektur. Nach seinem künstlerischen Wert zählt sie zu den wertvollsten europäischen Kathedralen und ist dank einiger ihrer Merkmale nicht nur unter den Kathedralen einzigartig, sondern auch unter allen christlichen Kirchen!

DIE EINZIGE KOMPLETT AUS STEIN GEBAUTE KONSTRUKTION IN GANZ EUROPA

Es ist die einzige vollständig aus Stein gebaute Kathedrale in ganz Europa, da bei ihrem Bau keine Holzelemente verwendet wurden. Es ist auch das erste Bauwerk in Europa, dessen Montage auf dem einzigartigen System von gerillten Steinplatten basierte (andere Konstruktionen, die auf diesem System basieren, stammen erst aus dem 19. Jahrhundert), sowie die einzige Konstruktion, deren äußeres Volumen vollständig der Form des Inneren entspricht. Die Kathedrale des heiligen Jakob ist auch für ihre ikonographischen Innovationen bekannt, unter denen der Fries von 74 Kopfskulpturen (Einzelporträts der Zeitgenossen von Juraj Dalmatinac) einen besonderen Platz einnimmt. Sie gilt als die zahlreichste Porträtgalerie höchster Qualität, die als öffentliches Denkmal in einem sakralen Objekt in Europa ausgestellt wird. Auf dem Gewölbe der Taufkapelle wurde auch das Relief eingeführt, das Vater Gott mit der Taube des Heiligen Geistes und Engeln darstellt.

105 JAHRE BAUZEIT

Die Kathedrale wurde an der Südseite des zentralen Platzes des ältesten Stadtkerns errichtet, an der Stelle der ehemaligen romanischen Jakobskirche. Die Idee zum Bau eines großen Domtempels stammt aus dem 13. Jahrhundert, als Šibenik den Status einer Stadt und eigene Diözese erhielt. Der Bau dauerte mit mehreren Unterbrechungen 105 Jahre, zwischen 1431 und 1536: er begann in der venezianischen Gotik und endete im toskanischen Renaissancestil.

DIE ALTEN MEISTER: JURAJ DALMATINAC, NIKOLA FIRENTINAC UND WEITERE

Die Kathedrale von Šibenik ist eine dreischiffige, 38 m lange und 14 m breite Basilika, deren höchster Punkt sich auf der Kuppel befindet. Während des ersten Jahrzehnts des 15. Jahrhunderts wurde der Bau der Kathedrale von den venezianischen Architekten Francesco Giacomo, Antonio Busato und Lorenzo Pincino sowie Šibeniks Steinmetzen Andrija Budčić und Grubiša Statčić geleitet, aber 1441 wurde Juraj Dalmatinac zum Hauptmeister ernannt und arbeitete am Bau bis zu seinem Tod im Jahre 1475. Als Meister des spätgotischen Blumenstils und Initiator des gotisch-Renaissance-Stils in Dalmatien veränderte Juraj Dalmatinac den ursprünglichen Grundriss der Kirche und verschenkte ihr eine monumentale Bedeutung. Der Bau der Kathedrale wurde nach seinem Tod von Nikola Firentinac im reinen Renaissancestil fortgesetzt. Da die Kathedrale noch nicht fertig war, wurde der Bau nach Firentinac von den venezianischen Architekten Bartol und Jakov aus Mestre und Zadars Meister Mestičević übernommen.

DIE TAUFKAPELLE ALS LEBENSQUELLE

Besonderes Augenmerk im Inneren des Domes gilt der Taufkapelle, und zwar wegen ihrer originellen und kreativen Synthese zweier verschiedener Kunststile der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, der Spätgotik und der Frührenaissance. Die Kathedrale stellt den ersten fertigen Bau im Renaissancestil dar, der nur 20 Jahre nach dem eigentlichen Beginn der Renaissance in der Toskana errichtet wurde. Das eindrucksvollste Merkmal der Taufkapelle ist die Fülle an skulpturalen Verzierungen, unter denen die menschliche Figur am meisten vertreten ist. Neben den Skulpturen der vier Propheten (von denen nur zwei bis heute erhalten sind) ist das ganze Gewölbe mit Reliefs von Engeln, Puttenköpfen und dem eindrucksvollen Kopf des Vatergottes verziert. Der von Juraj Dalmatinac hergestellte Taufstein befindet sich in der Mitte der Taufkapelle, getragen von drei dicken nackten Jungen in Bewegung. 

DAS VENETISCHE VERTEIDIGUNGSSYSTEM

Die Festung des heiligen Nicholas, eine der neuesten Ergänzungen auf der Liste des UNESCO-Welterbes und integraler Bestandteil des venezianischen Verteidigungssystems vom 15. bis zum 17. Jahrhundert, wurde im 16. Jahrhundert am Eingang zum Kanal des heiligen Anton errichtet. Der Bau der Festung war nicht nur für die Bürger von Šibenik, sondern auch für diejenigen, die sie regierten, ein wichtiges Projekt, da sie gebaut wurde, um die Stadt vor türkischen Angriffen vom Meer zu schützen. Die am Eingang des schmalen und eine Meile langen Kanals errichtete Festung wurde zur wichtigen strategischen Verteidigungsstruktur, die zur Unberührbarkeit des Hafens Šibenik und der Stadt Šibenik selbst beitrug. Der einzige Zugang in die Bucht von Šibenik war durch den Kanal, der eine effektive Verteidigung und vollständige Kontrolle des Eintritts von Schiffen ermöglichte.

DIE FESTUNG VON ALLA MODERNA

Beim Bau der Festung des heiligen Nicholas wurde den militärischen Aspekten mehr Bedeutung beigemessen als den ornamentalen, aber die Festung ist immer noch eine typisch venezianische Kreation von "alla moderna", ein außergewöhnliches Beispiel für eine isolierte Verteidigung am Meer. Die Festung wurde nach den Plänen des venezianischen Militärarchitekten Michele Sanmicheli errichtet, wobei für den Bau der unteren Teile der Festung weißer und für die oberen Teile roter Stein verwendet wurden. Die Festung des heiligen Nicholas ist bis heute eine der stärksten und faszinierendsten maritimen Befestigungsanlagen entlang der Adriaküste.